Willkommen bei der Kitzrettung Unna & Umland e.V.

Herzlich Willkommen auf der Webseite der Kitzrettung Unna & Umland e.V.

Jährlich fallen in Deutschland ca. 100.000 Rehkitze dem Mähwerk bei der Mahd zum Opfer. Die Ricken legen ihre Kitze bevorzugt im hohen Gras ab, um sie vor Raubtieren zu schützen.

Dort bleiben sie die ersten vier Wochen liegen.
Der Fluchtinstinkt fehlt und das Fatale: Wenn sich dem Rehkitz Gefahr nähert, drückt es sich noch tiefer ins Gras, um nicht entdeckt zu werden. Dieser Drück Instinkt, der das Kitz eigentlich schützen soll, kostet ihm während der Mahd das Leben.

Es gibt einige Methoden, gegen diesen Umstand anzugehen, doch keine ist so sicher wie der Einsatz von Wärmebilddrohnen. Durch den Einsatz von Wärmebilddrohnen können nicht nur Rehkitze gerettet werden, sondern auch sämtliches Jungwild, welches sich in dem Feld befindet. Unter anderem Junghasen, und Gelege.

Ohne den Einsatz von Wärmebildtechnologie würden viel mehr Rehkitze sterben.

Pflichten als Landwirt & Jagdpächter

Verpflichtung der Landwirte

Laut Tierschutzgesetz §17, Absatz 1 und Absatz 2.
darf niemand ein Tier ohne vernünftigen Grund töten, Schmerzen oder Leiden zufügen.

Somit macht sich jeder Landwirt strafbar sofern er vor der Mahd keine vorkehrenden Maßnahmen zur Verhinderung von ausgemähten Wirbeltieren trifft.

Die Konsequenz:
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder 2. einem Wirbeltier
a) aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder
b) länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt.

Verpflichtung der Jäger, oder etwa nicht?

Grundsätzlich stellt sich die Frage, wer rechtlich für den Schutz junger Wildtiere bei der Mahd verantwortlich ist und in welchem Umfang eine Person dafür haftbar gemacht werden kann. Aus den Gesetzen geht hervor, dass es in Deutschland nicht die Aufgabe des Jägers ist Wildtiere vor dem Mäh Tod zu bewahren. Er ist zwar durch § 1 BJagdG zur Hege verpflichtet, durch die bestehenden Gesetze und Rechtsprechungen nimmt er jedoch eine untergeordnete Rolle ein. Vielmehr steht der Landwirt bzw. der tatsächliche Maschinenführer in der Pflicht dafür zu sorgen, dass Tiere bei der Mahd nicht getötet oder gefährdet werden. Hierzu gibt es bereits mehrere Rechtsprechungen

Informationen zum Reh & Rehkitz

 

Zoologische Einordnung

Stamm: Wirbeltier
Klasse: Säugetier / Haarwild
Ordnung: Paarhufer
Unterordnung: Wiederkäuer
Familie: Hirsche (Cervidae)
Unterfamilie: Trughirsche

Hilfsbedürftiges Kitz gefunden – was tun?

  • Fassen Sie das Rehkitz nicht an! Wenn es nach Mensch riecht, nimmt die Ricke es eventuell nicht mehr an.
  • Wenn Sie Kinder haben, die viel im Wald und auf Feldern spielen, erklären Sie Ihnen, dass sie ein Rehkitz keinesfalls berühren dürfen.
  • Wenn Sie ein Rehkitz bereits angefasst haben oder Sie meinen, dass das Rehkitz Hilfe benötigt, benachrichtigen Sie den Jagdpächter.
    Er wird das gefundene Rehkitz beobachten, um sicherzustellen, dass es wieder von der Mutter angenommen wird und gegebenenfalls in Obhut nehmen.

Nützliche Informationen

AUF DEM SPEISEPLAN: BLÄTTER UND KRÄUTER

Rehe sind wie alle Hirscharten Wiederkäuer, die ihre Nahrung erst verdauen können, nachdem sie sie hochgewürgt und ein zweites Mal zerkaut haben. Im Gegensatz zu Rot- und Damwild bevorzugen Rehe ausschließlich leicht verdauliche Nahrung wie junge Gräser, Knospen, Kräuter und im Winter die grünen Blätter von Brom- und Himbeeren. Die meisten der von Rehen geschätzten Äsungspflanzen deuten auf einen hohen Stickstoffgehalt des Bodens hin und sind damit besonders eiweißreich. In der Feldflur fressen Rehe besonders gerne Raps, der vor allem im Frühjahr eine große Rolle in ihrer Ernährung spielt.Ein etwa 20 Kilogramm schweres Reh braucht zwischen zwei und vier Kilogramm Grünmasse pro Tag. Von März bis Juli und von Anfang September bis Anfang November nehmen die Tiere stark an Gewicht zu. Die im Frühjahr aufgebauten Reserven werden während der Brunft im Juli und August wieder abgebaut und die im Herbst angelegten Reserven dienen der Überbrückung des Nahrungsmangels im Winter.

IM SOMMER IST BRUNFTZEIT

Die Brunft des Rehwildes findet bei uns etwa von Mitte Juli bis Mitte August statt. Wochen zuvor haben die Rehböcke bereits ihre Reviere markiert und gegen Eindringlinge verteidigt. Besonders intensiv ist dieses Territorialverhalten im Mai, wenn Imponier- und Drohgebärden bei gleich starken Böcken häufig im direkten Kampf mit dem Geweih enden. Die Brunftzeit der Ricken ist im Gegensatz zu den Rehböcken kurz und beginnt etwa 67 Tage nach der Geburt ihres Kitzes. Sie dauert nur jeweils etwa vier Tage. Rehböcke wittern paarungsbereite Ricken in ihrem Territorium und folgen ihnen manchmal über Tage. Die Böcke verlieren in dieser Zeit erheblich an Körpergewicht.
Nach der Paarung entwickelt sich das befruchtete Ei bei Rehen durch die sogenannte Keimruhe erst ab Dezember. Die Kitze kommen im darauffolgenden Mai und Juni zur Welt. Je nach Biotop bringen Ricken einzelne Kitze oder Zwillinge zur Welt, in seltenen Fällen Drillinge.

Gerne unterstützen wir auch Hilfsorganisationen, z.B bei der Personensuche, wenn wir dazu angefordert werden.
Kitzrettung Unna & Umland e.V.
Aus liebe zum Tier
Kitzrettung